fileadmin/_processed_/6/d/csm_juniorenschiri_69d21076e1.pngfileadmin/_processed_/6/d/csm_juniorenschiri_69d21076e1.pngErlebnisbericht vom Junioren-Leistungskader-Lehrgang der Schiedsrichter | Saarländischer Fußballverband e.V.

Erlebnisbericht vom Junioren-Leistungskader-Lehrgang der Schiedsrichter

von Tim Großmann (SR-Gruppe Merzig)

Schiedsrichter Tim Großmann (18) von der Schiedsrichtergruppe Merzig vertrat den SFV beim „Osterlehrgang“, dem jährlich stattfindenden und international besuchten Lehrgang des Junioren-Leistungskaders des Berliner Fußballverbands. Dabei fanden sich nach einer coronabedingten Pause Anfang April wieder Schiedsrichter aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz in Berlin zusammen und erlebten eine ereignisreiche und höchst interessante Woche mit hochklassigen Dozenten. Tim Großmann schildert seine Eindrücke wie folgt:

Samstag: Begrüßung und Kennenlernen der Teilnehmer

Nach einer chaotischen Anreise aus dem vom Schneechaos betroffenen Saarland kam ich erschöpft nach neun Stunden an. Während und nach dem Mittagessen fand das erste Kennlernen mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Danach erfolgte die offizielle Begrüßung von Lehrgangsleiter Ralf Böhm, der uns ans Herz legte, möglichst viel vom Lehrgang mitzunehmen und Spaß zu haben. Am Ende dieses ersten Abends besuchten wir als Überraschung das Stadtderby Hertha BSC gegen den 1. FC Union Berlin.

Sonntag: Eigene Spielleitung und athletische Trainingseinheit

Nach diesem gelungenen ersten Tag starteten wir sonntags mit Frühsport und fanden uns um 7 Uhr in der Sporthalle ein. Danach war höchste Konzentration bei einem Chaosregeltest gefordert, den wir bei lauter Musik, schwierig zu identifizierenden Schriftarten und Fragen, die zuweilen an der hinteren Wand standen, zu lösen hatten. Nach einem weiteren Gruppenregeltest folgte eine athletische Trainingseinheit auf dem Sportplatz.

Am Nachmittag stand dann das Herren-Landesliga Spiel zwischen SFC Stern und den SF Charlottenburg-Wilmersdorf 03 an, das vom Gespann Jan Siegrist (Schweiz), Khalil Khattab (Berlin) und Raphael Foller (Österreich) sehr souverän geleitet wurde. Hier wurden wir in Gruppen eingeteilt, wobei jeder einzelnen Gruppe eine Kategorie zugeteilt, auf die sie bei der Spielbeobachtung achten musste. Am Abend präsentierten wir unsere Beobachtungsergebnisse.

Montag: Laufprüfung, offizieller Saison-Jahresregeltest und Konformitätstest

Am nächsten Morgen stand die Laufprüfung auf dem Tagesplan. Wir fuhren also ins Mommsenstadion, um die Laufprüfung in Form von Sprints und Intervallläufen nach FIFA-Vorgaben durchführen zu können. Die Prüfungen wurden von den meisten auch gut gemeistert. Wieder im Lehrgangszentrum angekommen, führten wir einen Konformitätstest durch.

Es folgte ein Fachvortrag über Abseits, gespickt mit Schlagwörter wie „challenging“, „attempt“ oder „bad play“. Danach ging es auf den Sportplatz um unser Abseits-Auge in der Praxis zu testen, was sehr lehrreich war. Nach dem schmackhaften Abendessen schrieben wir zu guter Letzt noch den Jahresregeltest für die Berliner Schiedsrichter. Schließlich fand noch ein Fußballturnier in der Sporthalle statt.

Dienstag: Vortrag der ausländischen Teilnehmer und von Lutz Wagner

Nach Frühsport und Frühstück ging es dienstags mit den Vorträgen der österreichischen und schweizerischen Referenten weiter. Interessant zu erfahren war, dass die Förderung in der Schweiz strengen Regeln unterliegt und eine der Anforderungen die Mehrsprachigkeit der Schiedsrichter ist. Neu für mich war ferner die „blaue“ Karte, die es in Österreich gibt und für eine Zeitstrafe steht.

Nach so viel Theorie ging es mit einer Trainingseinheit weiter, die von Lasse Koslowski (Schiedsrichter der 2. Bundesliga) durchgeführt wurde. Anschließend wurden wir vom Berliner Schiedsrichterobmann Alexander Molzahn begrüßt, bevor der Vortrag von Lutz Wagner folgte. Leider war dieser lehrreiche und interessant gestaltete Vortrag mit Videoanalysen viel zu schnell vorbei. Zum Tagesabschluss sahen wir uns zusammen das Champions League-Spiel Bayern München gegen FC Villarreal an.

Mittwoch: Kulturtag

Wie jedes Jahr gab es auch dieses Mal wieder einen Kulturtag. Nach dem allmorgendlichen Frühsport konnten wir Berlin auf eigene Faust erkunden, indem wir in Gruppen in die Hauptstadt aufbrachen. Zwischen Brandenburger Tor, Schloss Bellevue, Reichstag usw. haben wir zwischendurch auch noch das Wetter genießen und uns im Park etwas ausruhen können. Um 18:30 Uhr trafen wir uns am Theater des Westens und sahen uns das Musical „Ku´damm 56“ an. Dieses hatte uns alle sehr beeindruckt und noch Tage später konnte man aus fast allen Zimmern noch die Musik daraus hören.

Donnerstag: Schiedsrichter-Olympiade und Deeskalation

Der „Guten-Morgen Berlin“ Frühsport ist schon zur Routine geworden. Gleich nach dem Frühsport stand ein Regeltest auf Englisch an. Sodann konnten wir uns mit Frühstück für den Tag stärken, zumal es gleich mit einem Test über Berlin weiterging. Der Vortrag „Deeskalation für Schiedsrichter“ war ebenfalls sehr lehrreich und der Austausch mit den Teilnehmern hilfreich. 

Im Anschluss an das Mittagessen stand die Schiedsrichter-Olympiade auf dem Programm. Wir spielten ein Spiel aus Hannover namens „BaseKicker“ – eine Mischung aus Fußball, Brennball und Baseball. Es hat allen ersichtlich viel Spaß gemacht und es gab sehr spannende Spiele zwischen den Teams. 

Zum Abendessen haben wir diesmal gegrillt, was beim Großteil für viel Freude sorgte. Zudem hielten wir an diesem letzten Abend noch in Gruppen Vorträge über bekannte Schiedsrichter wie Wolf-Dieter Ahlenfelder, Hellmut Krug oder Bibiana Steinhaus, bevor wir genüsslich den letzten Abend ausklingen ließen.

Freitag: Letzter Tag und Abreise 

Am letzten Tag bekamen wir Feedback von der JLK-Leitung zu unseren Ergebnissen und wie wir uns insgesamt in der ganzen Woche präsentiert haben. Nach dem Mittagessen kehrten dann alle wieder in verschiedensten Richtungen in ihre Heimat zurück. 

Insgesamt gesehen war der Lehrgang für alle ein voller Erfolg! Wir verstanden uns alle sehr gut miteinander und es herrschte über den ganzen Lehrgang hinweg immer eine positive Stimmung. Außerdem konnten wir viel von den Referenten, aber auch untereinander von anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern lernen.

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